Was geschieht in der logopädischen Therapie?

Am Anfang der Therapie steht eine ausführliche Anamnese, um die Hintergründe der Sprachentwicklungsprobleme Ihres Kindes zu erfassen. Zudem wird der Sprachentwicklungsstand Ihres Kindes auf den verschiedenen sprachlichen Ebenen diagnostiziert. Dies geschieht bei sehr jungen oder ängstlichen Kindern zunächst über das gemeinsame Spielen anhand der spontanen Äußerungen des Kindes. Dabei beobachte ich auch, wie Ihr Kind Kontakt aufnimmt und versucht, sich mitzuteilen. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung kann ich dabei meist schon sehr genau den sprachlichen Entwicklungsstand erfassen. Bei älteren und reiferen Kindern stehen in meiner Praxis verschiedene aktuelle Diagnostik materialien  zur Verfügung, die ich je nach Fragestellung individuell einsetze.

Am Ende der ersten Diagnostikstunde erhalten Sie von mir eine erste Einschätzung über die sprachlichen Fähigkeiten Ihres Kindes. Häufig sind jedoch weitere Therapiesitzungen nötig, um auf allen sprachlichen Ebenen den genauen Entwicklungsstand zu erfassen. Anhand der Ergebnisse lege ich dann einen individuellen Therapieplan fest und bestimme die Therapieschwerpunkte.

Je nach Alter und Reife Ihres Kindes arbeite ich mit unterschiedlichen Methoden. Mit dreijährigen Kindern arbeite ich in freien Spielsituationen (Sprachtherapie nach BARBARA ZOLLINGER und interaktive Inputtherapie nach dem Patholinguistischen Therapieansatz von SIEGMÜLLER und KAUSCHKE). Ich richte mich nach dem Aufmerksamkeitsmittelpunkt Ihres Kindes, gebe seinen Handlungen Bedeutung und rege es zum Blickkontakt und zur Nachahmung an. Meine eigenen sprachlichen Äußerungen passe ich an den Entwicklungsstand Ihres Kindes an. Kinder, die noch nicht oder sehr wenig sprechen, können so erfahren, dass ihre Sprechversuche etwas bewirken und lautliche Äußerungen Bedeutungsträger sind. Manche Kinder müssen erst noch entdecken, dass gesprochene Wörter Symbole für Dinge, Handlungen und Personen in der Welt sind, die sie um sich herum erleben.

Sie als Eltern ausführlich zu beraten, ist mir bei den "ganz Kleinen" besonders wichtig. Sie sind die wichtigsten Bezugspersonen und Vorbilder für die Sprachentwicklung. Dabei biete ich Ihnen auch eine Beratung anhand einer Videoaufnahme von einer Situation, in der Sie mit Ihrem Kind spielen, an. Beim gemeinsamen Anschauen dieser Aufnahme kann ich sehr gut zeigen, wie Ihr Kind Kontakt aufnimmt und wie es auf verschiedene Angebote reagiert. Viele Eltern empfinden es als sehr hilfreich, ihre Wahrnehmung für sprachförderndes Verhalten anhand eines Videos zu schulen. Dabei können auch Stärken Ihres Kindes und Ihre eigenen positiven Impulse neu erlebt und bewusst gemacht werden.

Bei älteren Kindern stehen meist konkrete Lernaufgaben im Blickpunkt der Therapie. Diese werden kindgerecht und spielerisch, aber sehr strukturiert, erarbeitet. Die Therapieschwerpunkte orientieren sich an den individuellen Sprachschwierigkeiten Ihres Kindes. Dies kann einmal der Erwerb korrekter Sätze sein, ein andermal die Erweiterung des Wortschatzes oder die Erarbeitung bestimmter Laute, die Ihr Kind noch nicht spricht.

Meine bevorzugten Therapiekonzepte sind dabei die patholinguistische Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen nach SIEGMÜLLER / KAUSCHKE für die Ebenen Wortschatz und Grammatik. Auf der Ebene der Grammatik arbeite ich zudem mit dem Konzept der Kontextoptimierung nach HANS-JOACHIM MOTSCH. Auch Anteile aus dem Konzept nach ZVI PENNER kommen hier zum Einsatz.

Auf der Ebene der Aussprache arbeite ich mit einer Kombination aus dem Konzept der Psycholinguistisch orientierten Phonologietherapie (P.O.P.T) nach ANNETTE FOX sowie nach der klassischen Artikulationstherapie nach VAN RIPER. Diese ergänze ich mit Elementen aus der Minimalpaartherapie.
Kurzbeschreibungen der erwähnten Therapiekonzepte finden Sie unter der Rubrik „Therapiekonzepte“.

Auch verschiedene Wahrnehmungsübungen können, wenn dies notwendig ist, in die Therapie eingebettet sein. Im Mittelpunkt meiner Therapie steht jedoch stets die Auseinandersetzung mit der Sprache und dem Sprechen.

Ich arbeite mit Ihrem Kind, außer mit den Zweijährigen, in der Regel alleine. Eltern, die dies wünschen, können jedoch auch gerne in der Therapiesitzung anwesend sein. Am Ende jeder Therapiestunde informiere ich Sie über den aktuellen Therapieinhalt. Wenn konkrete Lernziele erarbeitet werden, gebe ich zudem regelmäßig Übungen für zu Hause mit. Dort sollen Inhalte der Therapie nochmals spielerisch wiederholt werden, um die von Ihrem Kind in der Therapie gemachten Lernfortschritte zu festigen. Sollte darüber hinaus noch Gesprächsbedarf bestehen, biete ich zusätzliche Elterntermine an.